Wie man eine Erbschaftsvollmacht erstellt: Muster für Notare und Vorgehensweise

Eine Erbschaftsvollmacht ermöglicht es einem Erben, alle oder Teile der mit der Regelung einer Erbschaft verbundenen Schritte an eine vertrauenswürdige Person zu delegieren. Die Wahl zwischen privater Vollmacht und notarieller Vollmacht, die Formulierung der Klauseln, der genaue Umfang der dem Bevollmächtigten erteilten Befugnisse: Jeder Parameter verändert die rechtliche Tragweite des Dokuments und seine Akzeptanz durch den Notar, der mit dem Fall betraut ist.

Private Vollmacht oder notarielle Urkunde: Was jede Form konkret erlaubt

Nicht alle Notare akzeptieren die gleichen Formen von Vollmachten für die gleichen Handlungen. Die Unterscheidung zwischen privater Vollmacht und authentischer (notarieller) Vollmacht ist nicht nur eine Frage des Formalismus: Sie bestimmt, welche Handlungen der Bevollmächtigte rechtsgültig durchführen kann.

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Kriterium Private Vollmacht Notarielle Vollmacht (authentisch)
Form Zwischen den Parteien verfasst, vom Vollmachtgeber unterschrieben Vom Notar erstellt, vor ihm oder aus der Ferne per Bildschirmpräsenz unterschrieben
In der Erbschaft abgedeckte Handlungen Vorbereitende Schritte, Dokumentensammlung, Informationsanfragen Unterzeichnung des Teilungsakts, Annahme der Erbschaft, Verkauf eines Immobilienvermögens
Häufige Anforderung des Notars Unterschriftsbeglaubigung manchmal erforderlich Obligatorisch für alle feierlichen Handlungen (Immobilienverkauf, notarielle Teilung)
Kosten Kostenlos (außer eventuell für die Beglaubigung) Variabel je nach Notarkanzlei
Risiko einer Ablehnung durch die Kanzlei Möglich, wenn die durchzuführende Handlung eine authentische Vollmacht erfordert Sehr gering, das Dokument wird direkt in die Akte integriert

Ein Erbe, der lediglich die Beschaffung von Verwaltungsunterlagen oder die Übermittlung von Dokumenten an den Notar delegieren möchte, kann sich mit einer privaten Vollmacht begnügen. Im Gegensatz dazu erfordert die Unterzeichnung eines Teilungsakts oder der Verkauf eines Erbvermögens eine notarielle Vollmacht.

Ein zuverlässiges Modell einer Vollmacht für die Erbschaft für den Notar zu haben, vermeidet Rückfragen mit der Kanzlei und die Risiken der Nichtigkeit, die mit einer zu vagen Vollmacht verbunden sind.

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Paar, das einen Notar konsultiert, um eine Vollmacht im Rahmen einer Familienerbschaft zu erstellen

Spezielle Vollmacht für die Erbschaft: Die Klauseln, die nicht vergessen werden dürfen

Die Empfehlung von Praktikern im Erbrecht ist klar: eine spezielle Vollmacht, die auf bestimmte Handlungen beschränkt ist, zu bevorzugen, anstatt eine allgemeine Vollmacht, die die gesamte Erbschaft abdeckt. Eine zu weit gefasste Vollmacht setzt den Vollmachtgeber unerwünschten Handlungen aus und kann von anderen Erben angefochten werden.

Obligatorische Angaben des Vollmachtgebers und des Bevollmächtigten

Das Dokument muss die beiden Parteien genau identifizieren: Name, Vorname, Geburtsdatum und -ort, Adresse und die Erbenqualität des Vollmachtgebers. Das Fehlen einer dieser Angaben kann zu einer Ablehnung durch den Notar führen.

Genauigkeit der Befugnisse

Jede erlaubte Handlung muss einzeln aufgelistet werden. Praktiker empfehlen, Folgendes im Detail zu beschreiben:

  • Die Annahme der Erbschaft (einfach und klar oder bis zur Höhe des Nettovermögens, wobei die Unterscheidung grundlegend ist, da sie das persönliche Vermögen des Erben unterschiedlich belastet)
  • Die Unterzeichnung der Erbschaftserklärung und des Teilungsakts, wobei zu präzisieren ist, ob der Bevollmächtigte die Teilungen verhandeln oder nur einen bereits genehmigten Teilungsakt unterzeichnen kann
  • Der Verkauf eines bestimmten Vermögens (mit Katasterbezeichnung oder genauer Adresse des betreffenden Objekts) und die Einzahlung des Preises auf ein identifiziertes Konto
  • Der Zugang zu Unterlagen, die sensible Daten des Verstorbenen enthalten: Kontoauszüge, Lebensversicherungsverträge, Steuerdaten

Dieser letzte Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit. Mehrere Notarkanzleien verlangen mittlerweile, dass die Vollmacht eine spezifische Klausel zur Befugnis des Bevollmächtigten zum Zugang zu sensiblen Daten enthält, gemäß den Anforderungen der DSGVO. Ohne diese Angabe kann die Kanzlei die Übermittlung bestimmter Dokumente an den Bevollmächtigten verweigern, was die Regelung der Erbschaft blockiert.

Dauer und Widerrufbarkeit

Eine unbefristete Vollmacht bleibt gültig, solange sie nicht widerrufen wird. Die Festlegung eines Enddatums schützt den Vollmachtgeber vor einem unerwünschten, verlängerten Gebrauch. Der Widerruf muss schriftlich dem Bevollmächtigten und dem Notar mitgeteilt werden, um wirksam zu sein.

Notarielle Vollmacht aus der Ferne: Bedingungen und Ablauf

Seit der Festlegung des aus der Gesundheitskrise resultierenden Verfahrens ist die Vollmacht der einzige authentische Akt, dessen Unterschrift aus der Ferne dauerhaft aufrechterhalten wurde. Die Verordnung vom 20. November 2020 hat die Verordnung vom 26. November 1971 über von Notaren erstellte Urkunden geändert, indem sie einen Artikel 20-1 hinzugefügt hat, der diesem Verfahren gewidmet ist.

Der Vollmachtgeber verbindet sich über eine gesicherte Videokonferenz mit dem Notar. Die Identifizierung erfolgt über ein Fernüberprüfungssystem, und die elektronische Unterschrift wird über eine zugelassene Plattform geleistet. Der Vollmachtgeber muss sich nicht physisch in die Kanzlei begeben, was die Situationen geografischer Abgeschiedenheit oder eingeschränkter Mobilität regelt.

Diese Möglichkeit ist besonders nützlich in Erbschaften, die Erben betreffen, die im Ausland oder in abgelegenen Gebieten ohne Notarkanzlei wohnen. Der Notar überprüft die Rechtsfähigkeit des Vollmachtgebers und die informierte Zustimmung, bevor er die Urkunde erstellt.

Junger Mann, der aufmerksam ein Modell einer Erbschaftsvollmacht an seinem Schreibtisch zu Hause liest

Häufige Fehler, die die Regelung einer Erbschaft durch Vollmacht verzögern

Eine zu vage formulierte Vollmacht (zum Beispiel “meine Erbschaft verwalten”) wird fast immer vom Notar abgelehnt. Allgemeine Formulierungen ermöglichen es nicht zu bestimmen, ob der Bevollmächtigte die Erbschaft annehmen, einen Teilungsakt unterzeichnen oder ein Vermögen verkaufen kann.

Eine weitere häufige Falle: Vollmacht und posthumes Mandat zu verwechseln. Das posthume Mandat wird vom Verstorbenen zu Lebzeiten eingerichtet, um einen Verwalter seiner Erbschaft zu benennen. Die Vollmacht hingegen wird von einem lebenden Erben erteilt, der seine eigenen Befugnisse delegiert. Beide Mechanismen unterliegen unterschiedlichen rechtlichen Regelungen.

Das Fehlen der Klausel zum Zugang zu sensiblen Daten stellt mittlerweile einen wiederkehrenden Blockierungsgrund dar. Wenn der Bevollmächtigte ohne diese Befugnis in die Kanzlei kommt, kann der Notar ihm rechtlich keine Kontoauszüge oder Lebensversicherungsverträge des Verstorbenen übermitteln, was den Fortschritt der Akte aussetzt.

Die Erstellung einer Erbschaftsvollmacht sollte als technischer Akt behandelt werden, nicht als einfache administrative Formalität. Jede fehlende oder ungenaue Klausel kann mehrere Wochen zur Regelung eines bereits fristgebundenen Falls hinzufügen.

Wie man eine Erbschaftsvollmacht erstellt: Muster für Notare und Vorgehensweise